Landfriedensbruch

Wer wissentlich an einer Zusammenkunft vieler Menschen teilnimmt, die darauf abzielt, dass durch ihre vereinten Kräfte ein Mord, ein Todschlag, eine qualifiziert schwere Körperverletzung oder eine schwere Sachbeschädigung begangen werde, ist, wenn es tatsächlich zu einer solchen Gewalttat gekommen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren zu bestrafen.

Schließt sich nunmehr der Täter wissentlich einer hundert Personen jedenfalls überschreitenden Gruppe von Fußballfans an, die auf eine gewalttätige Auseinandersetzung mit rivalisierenden Fußballfans und mit den einschreitenden Beamten ausgerichtet ist, in deren Verlauf Polizeibeamte durch abgesondert Verfolgte oder nicht ausgeforschte Teilnehmer am Körper verletzt wurden, ist der Landfriedensbruch verwirklicht und nach § 274 StGB strafbar (12 Os 140/12y).

Voraussetzung ist allerdings, dass es tatsächlich zu einer Gewalttat (Mord, Totschlag, qualifiziert schwere Körperverletzung, schwere Sachbeschädigung) kommt. Täter im Sinne des Landfriedensbruches ist nicht nur derjenige, der die Tat verübt oder sonst in irgendeiner Form beteiligt ist, sondern ein jeder der Teilnehmer.

In ständiger Kooperation mit
Dr. Herbert Eichenseder
Rechtsanwalt
Verteidiger in Strafsachen

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